Modetänze / Partytänze

(noch in Bearbeitung)

Was sind Modetänze und wie entstehen Sie?

Unter Modetänzen (z.B. Partytänze, Line Dances, u. ä.) versteht man Tänze, die einem schnellen Wandel unterworfen sind (z. B. der "Tanz des Jahres").

Im Gegensatz zu den üblichen Gesellschaftstänzen, hierzu zählen die fünf Standardtänze Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox & Quickstep, sowie die fünf Lateinamerikanischen Tänze Samba, Rumba, Cha Cha, Paso Doble & Jive, sind die Modetänze nicht standardisiert und gehören nicht in das sogenannte tänzerische Pflichtprogramm.

Zu den Modetänzen zählen u. a. Salsa/Mambo, HipHop, Tango Argentino, Discofox, Boogie Woogie, Charleston, Beat, Twist, Polka, Münchner Francaise und und und....


Hinweis: Da der Laie viele, ihm bekannte Tänze nicht unter dem Begriff Modetänze einordnen würde, haben wir fast alle Tänze einzeln, unter der Rubrik Tanzformen, aufgeführt.

Modetänze entstehen spontan aus einer Musik heraus, sind Spiegel ihrer Epoche und Dokument des herrschenden Zeitgeistes. Oft ist ein Musiktitel (z. B. Macarena oder Lambada), ein Film (z. B. Dirty Dancing oder Saturday Night Fever), ein Kulturereignis (z. B. Cancan in der Operette "Orpheus in der Unterwelt") oder ein usprünglich folkloristisches Musikstück (z. B. Casatschok), das den Wunsch weckt, sich nach den neuen Klängen zu bewegen. Oftmals sind Modetänze Katalysatoren für ein neues Lebensgefühl (z. B. Swing) oder leiten eine tänzerische Revolution ein (z.B. Rock'n'Roll, Beat/Soul).

Nicht selten setzen sich Modetänze über zu starr empfundene Normen hinweg und brechen gesellschaftliche Tabus (z. B. Cancan, Twist). Manche Modetänze wurden gar als unschicklich bekämpft. (z. B. Black Bottom, Tango, Swing).


Verrückte Modetänze

Sie kommen aus dem Nichts, werden heiß geliebt - und oft rasch wieder vergessen: Das ist der gemeinsame Nenner aller Modetänze. Sie sind meist ein bisschen wilder, alberner oder auch erotisch-provozierender als andere Tänze. Viele werden mit nur einem bestimmten Songtitel in Verbindung gebracht. Es gibt sowohl Modetänze, die in der Gruppe getanzt werden, als auch solche für Paare.



Ententanz

Die Hände imitieren Schnabelbewegungen, die Arme Flügelschläge, der Popo das Wackeln der Ente mit dem Bürzel: Unmöglich, den Ententanz zu tanzen, ohne dabei reichlich albern auszusehen. Das allerdings macht genau einen Teil seines Erfolges aus, denn wenn sich bei einer Party alle erfolgreich beim Ententanz lächerlich gemacht haben, kann auch später niemand mehr steif auf dem Stuhl sitzen.

Die eingängige Melodie stammt vom Schweizer Werner Thomas, der schon in den 1950er Jahren mit seinem Akkordeon und zünftiger Musik die Gäste im Skiort Davos erfreute. 1973 war in Davos der niederländische Plattenproduzent Louis van Rijmenant zu Gast und hörte dort die Melodie des späteren Ententanzes. Begeistert von dem Lied ließ sich Rijmenant prompt die Noten mitgeben. Schon ein paar Tage später war die elektronische Variante davon auf Platte gepresst. Dem Komponisten Werner Thomas gefiel sie zunächst gar nicht. Die Tantiemen, die durch den Verkauf in seine Kasse sprudelten, sollen ihn allerdings rasch besänftigt haben.



Time Warp

Dieser Tanz stammt ursprünglich aus dem Film "The Rocky Horror Picture Show" aus dem Jahr 1975. Er symbolisiert eine Zeitreise. Schon kurz nach dem Start war der Film für seine Fangemeinde zum Kult geworden. Im Münchner Kino "Museum Lichtspiele" ist er beispielsweise seit den 1970er Jahren ohne Unterbrechung im Programm. Die Zuschauer bleiben bei dem Film nicht passiv, wie sonst im Kino üblich, sondern spielen die einzelnen Szenen mit, parallel zum Film. Beim dem Lied "Time Warp" wird auch mitgetanzt. Dabei ist es für die Tänzer recht praktisch, dass die einzelnen Zeilen des Songs gleichzeitig exakte Anweisungen für die Tanzbewegungen sind. Vom Fan-Kult im Kino ausgehend verbreitete sich der Time Warp in den 1980er und 1990er Jahren als Partytanz.



Memphis

Der Memphis entstand Mitte der 1960er Jahre zu Pat Boones Hit "Memphis Tennessee", der wenig später von Chuck Berry gecovert wurde. Er ist ein Linientanz, der in der Schrittfolge Elemente von Rock 'n' Roll und Boogie-Woogie aufgreift. Er blieb nicht an seinen namensgebenden Hit gebunden, sondern wurde auch zu anderen Titeln getanzt. Prinzipiell sind alle Jives auch für die Memphis-Schrittfolge geeignet. Er wird immer noch teilweise in Tanzschulen unterrichtet.



Lindy Hop

Der Lindy Hop entstand Ende der 1920er Jahre im New Yorker Stadtteil Harlem. Weite Verbreitung fand er dann aber erst ab den 1930ern zur damals beliebten Swing-Musik. Lindy Hop ist ein Paartanz und gilt als Vorläufer von Rock 'n' Roll. Es gibt keine streng festgelegten Schrittfolgen, sondern es wird stark improvisiert. Typisch sind schnelle Figuren, bei denen sich die Partner umeinander drehen.

Der Name des Tanzes soll auf den Atlantik-Überflieger Charles Lindbergh zurückgehen ("Lindbergh hopped the Atlantic", übersetzt etwa "Lindbergh hüpfte über den Atlantik"). Der Tänzer Frankie Manning war der erste, der dem Tanz sogenannte Air Steps, akrobatische Einlagen, zufügte. Dies wurde später beim Rock 'n' Roll übernommen. Seit den 1980er Jahren erlebt der Lindy Hop ein Revival. Vor allem in studentischen Kreisen ist der Tanz in Europa und den USA seither wieder beliebt. Unter anderem pilgern seit 1982 Fans der Swing-Tänze aus der ganzen Welt zu einem vierwöchigen Tanz-Festival in das schwedische Dorf Herräng.